Wenn wir nicht die Schulen hätten, die wir heute haben…
30. August 2009 | Von Peter Blomert | Kategorie: Im FokusWenn wir nicht die Schulen hätten, die wir heute haben, würden Sie die Schulen erschaffen wollen, die wir heute haben?
Das ist natürlich eine gemeine Frage. Genauer: das ist eine Frage über die ich Sie bitte, sehr genau nachzudenken.
Das Gemeine ist: Wenn Sie NICHT die Schulen erschaffen wollten, was würden Sie dann tun? Wenn wir z.B. die Lehrer weiterhin so auf die Schule vorbereiten, wie wir sie immer vorbereitet haben, so werden wir auch die Schulen erhalten, die wir immer wieder erhalten haben. Wenn wir andere Schulen erschaffen wollen, müssen wir beginnen, unsere Lehrer anders als bisher auf die Schule vorzubereiten – vollkommen anders.
Wenn ein Chirurg des 18. Jahrhunderts heute in einen Operationssaal käme, in dem gerade eine Knieoperation durchgeführt wird, könnte er als Chirurg die Operation weiterführen – Natürlich nicht! Er verstünde das Operationsverfahren nicht, er könnte die Instrumente nicht identifizieren, er hätte schlichtweg keine Ahnung, was hier gerade vor sich geht.
Wenn aber ein Lehrer des 18. Jahrhunderts heute in ein Klassenzimmer käme, könnte er als Ersatzlehrer einspringen – und wenn, wieso wäre das möglich? …
Ein spannender Aufsatz über einen Versuch, Schule radikal neu zu denken und die Konsequenzen für die Lehrerausbildung auszuloten. Geschrieben hat ihn Thomas G. Carroll aus dem amerikanischen Erziehungsministerium bereits 2000. Erschienen ist der Aufsatz in der Online-Zeitschrift CITE (Contemporary Issues In Technology And Teacher Education)
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